Das war’s nun, Ostern ist gewesen. Demnach erfolgt nach geglückter Expedition in das unentdeckte Land, wo laut mancher Sage ein Fonzerelli sein Unwesen treibt.
Karfreitag, der erste Tag der Reise:
Um einen mehrtägigen Aufenthalt in fremder Umgebung zu überstehen bedarf es einer gründlichen Vorbereitung. So verstaute ich sämtliches, mir nützlich erschienenes Zeug in mein Auto und begab mich auf die Fahrt ins ferne Anhaltiner Land.
Bei der Abreise zeigte das Thermometer milde 21°C an und ich entschloss mich in lockerer Sommerkleidung zu fahren, was ich später allerdings bereute.
So fuhr ich dann nun ca. 160 km immer in Richtung des Landes des legendären Fonzerellis.
Nach dieser Wegstrecke erreichte ich ein Depot, was eigens dafür errichtet wurde um den bei langen Fahrten zuneige gehenden Treibstoffvorrat zu ergänzen. Glücklicherweise gab es in diesem Depot auch einen Marketender bei dem ich mir noch einen kleinen Wasservorrat erstand.
Mein Eintreffen bei dem Treibstofflager rief allerdings bei der dortigen Bevölkerung teilweise Heiterkeit oder auch nur Kopfschütteln hervor. Ich hätte vor Beginn der Reise einfach besser recherchieren sollen welches Wetter in meinem Zielgebiet vorherrscht. Mein digitaler Temperaturmesser zeigte gerade mal 6,5°C an und hätte ich einen Windmesser mitgebracht, hätte auch dieser einen beträchtlichen Ausschlag gezeigt. Demzufolge gestaltete sich mein Aufenthalt im Treibstofflager recht kurz und ich ergänzte fehlenden Diesel in Rekordzeit.
Einzig die Förderleistung der dort verbauten Pumpe zögerte meine Weiterreise unnötig hinaus.
Jedoch lässt sich ein forscher Reisender wie ich durch so eine Kleinigkeit nicht entmutigen und so setzte ich den Rest der Reise ohne Probleme und Unterbrechungen fort und da jede Reise einmal zu Ende geht, kam ich auch mal an.
Ich erreichte das Eingeborenendorf und fing sofort mit meinen Forschungen an. Ich konnte nach kurzer Zeit den Lebensraum des Fonzis ausmachen und schlug mein Lager in unmittelbarer Nähe, genauer gesagt mittendrin auf.
Dieses konnte ich ohne Problem tun, denn entgegen der weit verbreiteten Gerüchte ist das Fonzi ausgesprochen gastfreundlich. Auch die Mär, dass sich das Fonzi von der einheimische Bevölkerung in der Art unterscheidet stimmt nicht. Ebenso stellte ich fest, dass Fonzis am liebsten zu zweit leben was auch dieses Exemplar, welches ich zum Zentrum meiner Studien machte tat.
Den Abend selber beschlossen wir dann mit gegenseitigem Kennen lernen und dem leeren diverser Karaffen, die ein dem Bier nicht unähnlichem Getränk enthielten. Zur Vereinfachung der Kommunikation und um Berührungsängste abzubauen entschied sich der Symbiont von Fonzi erstmal zu ihrer Mutter zu fahren.
So in trauter Zweisamkeit versunken kam es natürlich wie es kommen musste: Wir wurden besoffen. Erzählten uns Geschichten aus der Zeit als es an uns war dem Vaterlande zu dienen. Ob des vielen Redens wurden die Kehlen immer trockener, so wurden sie kräftig mit Bier befeuchtet und mit neuer Redseligkeit versorgt fingen sie wieder an auszutrocknen. Dann begann das Spiel von vorne.
Mit dem Wiederkehren der alten Erinnerungen rief sich meinem Gastgeber ein altes Video ins Gedächtnis. Voller Eifer mir dieses gute Stück nicht vorenthalten zu können, begab sich der Fonz auf die Suche nach eben jenem. Entweder um sich diese Suche bedeutend zu vereinfachen oder einfach einem alten anhaltiner Suchbrauch nach riss es alle vorhandenen Videos aus dem Schrank und verteile sie über die Wohnstube. Nach kurzem Überfliegen der Situation auf dem Teppich stürze sich eine promillemässig sehr gut versorgte Person zielstrebig auf eine unscheinbare Videokassette deren Alter man nicht einmal mehr grob schätzen konnte. Sollte mein Gastgeber bei dieser Aufzeichnung zugegen gewesen sein, muss er am heutigen Tage ein fast schon biblisches Alter erreicht haben.
Kurzum wir sahen uns das Video an und beschlossen das Chaos im Zimmer mir zulasten zu legen wenn seine Freundin dann heimkommen sollte. Sie kam heim und wollte fast meinen Gastgeber tosend und rasend vor Wut ob der Verwüstung ihrer Wohnstatt den Garaus machen als unser Plan anfing zu greifen. Ich kam ungeschoren aus der Sache raus, weil man in der Heimat des Fonzis Gäste nie geschlagen werden. Aber da sind wir ja schon zu weit vorgeprescht.